Medizinisch geprüft von Prof. Shimon Slavin, MD. Aktualisiert: Juni 2026
Krebsimpfstoffe sind eine Form der Immuntherapie, die darauf abzielt, das Immunsystem als Reaktion auf das Vorhandensein von Krebszellen zu aktivieren. Im Unterschied zu Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten werden therapeutische Krebsimpfstoffe bei Patienten eingesetzt, bei denen bereits eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Personalisierte Krebsimpfstoffe werden auch als autologe Krebsimpfstoffe bezeichnet, da sie aus dem körpereigenen Tumorgewebe des jeweiligen Patienten hergestellt werden. Ihr Ziel ist nicht die Vorbeugung einer Erkrankung, sondern die Stimulation einer Immunantwort gegen den Tumor des Patienten.
Was ist ein personalisierter Krebsimpfstoff und wie wirkt er?
Bei vielen Krebsarten tragen bösartige Zellen Oberflächenmarker, sogenannte Tumorantigene, die sich geringfügig von denen gesunder Zellen unterscheiden. Bei einem Krebspatienten entwickelt das Immunsystem keine ausreichende Immunantwort gegen diese Marker, was dazu beitragen kann, dass sich die Erkrankung entwickelt und fortschreitet.
Das Ziel der Behandlung mit einem personalisierten Krebsimpfstoff besteht darin, Tumorantigene für das Immunsystem sichtbarer zu machen. Wenn das Immunsystem beginnt zu reagieren, kann es Tumorzellen erkennen und angreifen. Dieser Prozess wird mitunter als Umwandlung eines „kalten“ Tumors, den das Immunsystem kaum wahrnimmt, in einen „heißen“ Tumor beschrieben, gegen den es aktiv vorgeht.
Ein personalisierter Krebsimpfstoff wird individuell aus Material hergestellt, das aus dem Tumorgewebe des jeweiligen Patienten gewonnen wird, und stellt keine standardisierte oder synthetische Zubereitung dar.
Wie werden personalisierte Krebsimpfstoffe aus Tumorgewebe hergestellt?
Bei Biotherapy International erfolgt die Herstellung eines personalisierten Krebsimpfstoffs aus dem kryokonservierten Tumorgewebe des Patienten. Als Ausgangsmaterial dient ein Tumorlysat, ein aus dem Tumorgewebe gewonnenes Extrakt. Dieses Material ist für sich genommen in der Regel nicht ausreichend immunogen und löst möglicherweise keine starke Immunantwort aus. Um es immunogen zu machen, wird es mit einem onkolytischen Virus kombiniert. Indem das Immunsystem auf die viralen Komponenten reagiert, wie sie es bei jeder Infektionskrankheit tut, kann es gleichzeitig beginnen, die im Impfstoffpräparat enthaltenen Tumorantigene zu erkennen. Bei entsprechender klinischer Indikation können dem Impfstoff zusätzliche immunaktivierende Komponenten hinzugefügt werden.
Die Zusammensetzung des personalisierten Krebsimpfstoffs und die Behandlungsstrategie werden individuell auf der Grundlage der Diagnose des Patienten, seiner klinischen Situation und des verfügbaren Tumormaterials festgelegt.
Wann sollte ein Krebsimpfstoff in Betracht gezogen werden?
Eine Behandlung mit einem personalisierten Krebsimpfstoff kann in folgenden klinischen Situationen in Betracht gezogen werden:
- Nach einer Operation, wenn Tumorgewebe entfernt und für eine mögliche Impfstoffherstellung aufbewahrt wurde
- Nach Abschluss der Erstbehandlung, wenn die Tumorlast reduziert wurde
- Im Rahmen eines personalisierten Immuntherapieprogramms in Kombination mit anderen immunologischen Behandlungsansätzen
Warum ist es wichtig, Tumorgewebe während der Operation einzufrieren?
Wenn eine Operation geplant ist, kann der Patient vorab mit dem Chirurgen die Möglichkeit besprechen, einen Teil des entnommenen Tumorgewebes für eine mögliche spätere Verwendung bei der Herstellung eines personalisierten Krebsimpfstoffs zu kryokonservieren.
Die zuverlässigste Möglichkeit, Tumorgewebe zu entnehmen und zu konservieren, besteht zum Zeitpunkt des ersten chirurgischen Eingriffs. Nach Abschluss der Erstbehandlung kann es deutlich schwieriger oder in manchen Fällen unmöglich werden, eine neue Gewebeprobe zu gewinnen. Aus diesem Grund sollte die Frage der Kryokonservierung von Tumorgewebe bereits vor der Operation besprochen werden.
Ein personalisierter Krebsimpfstoff kann auch Monate oder sogar Jahre nach der Operation aus kryokonserviertem Tumorgewebe hergestellt werden, sofern das Tumormaterial sachgerecht gelagert wurde. Eine frühzeitige Kryokonservierung ermöglicht die Lagerung des Tumormaterials, sodass es problemlos verfügbar ist und bevor nachfolgende Behandlungen die Eigenschaften des Tumors beeinflussen können.
Tumorgewebe von Patienten, die bei Biotherapy International behandelt werden oder von Partnerkliniken überwiesen werden, wird in unserer Tumorbank gelagert. Bei Bedarf kann für die Herstellung eines personalisierten Krebsimpfstoffs sowohl in der Tumorbank gelagertes Material als auch aus anderen Krankenhäusern, Gewebebanken oder medizinischen Einrichtungen übersandte Proben verwendet werden.
Krebsimpfstoffbehandlung in Deutschland
Eine Behandlung mit einem personalisierten Krebsimpfstoff im Rahmen eines Immuntherapieprogramms kann in der Kooperationsklinik von Biotherapy International in Deutschland durchgeführt werden. Patienten, die sich für eine Krebsimpfstoffbehandlung in Deutschland interessieren, sind eingeladen, ihre medizinischen Unterlagen zur Prüfung einzusenden. Nach der Analyse der Diagnose, der Behandlungsgeschichte und des verfügbaren Tumormaterials wird die Durchführbarkeit der Impfstoffherstellung beurteilt und ein Behandlungsprogramm vorgeschlagen.
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Personalisierte Immuntherapieprotokolle, einschließlich der Krebsimpfstoffbehandlung, werden unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Shimon Slavin, Gründer und wissenschaftlicher sowie medizinischer Direktor von Biotherapy International, entwickelt.



