Medizinisch geprüft von Prof. Shimon Slavin, MD. Aktualisiert: August 2026
Was ist die Zytokin-vermittelte Immuntherapie?
Die Cytokine-Mediated Immunotherapy (CMI), auf Deutsch als Zytokin-vermittelte Immuntherapie bezeichnet, ist eine Form der Krebsimmuntherapie, die darauf abzielt, die körpereigene Immunantwort des Patienten gegen einen Tumor zu aktivieren und zu unterstützen.
Zytokine sind Signalproteine, welche die Aktivität des Immunsystems regulieren. Sie sind an der Aktivierung und Vermehrung von Immunzellen sowie an der Koordination der Immunantwort gegen Krebs beteiligt.
Bei Biotherapy International kann das CMI-Programm eine Kombination aus pegyliertem Interferon alfa-2a und Interleukin-2 (IL-2) umfassen. Die Behandlung wird individuell festgelegt und berücksichtigt die Diagnose, vorausgegangene Therapien, den Allgemeinzustand des Patienten sowie die Verträglichkeit der Behandlung.
Wie funktioniert die Zytokintherapie?
CMI kombiniert zwei sich ergänzende Mechanismen der Immunstimulation.
Interferon alfa beeinflusst immunologische Signalwege, unterstützt die Aktivierung der Immunantwort und kann dazu beitragen, dass Tumorzellen vom Immunsystem besser erkannt werden.
Interleukin-2 (IL-2) ist an der Aktivierung und Vermehrung von Immunzellen beteiligt, insbesondere von T-Lymphozyten und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen).
Ziel dieses Ansatzes ist es, die Aktivität des Immunsystems gegen den Tumor zu unterstützen und gleichzeitig die Intensität der Behandlung an die individuelle Verträglichkeit des Patienten anzupassen.
CMI als Teil eines individuellen Immuntherapieprogramms
Bei Biotherapy International wird CMI in der Regel als Teil eines aufeinander abgestimmten Immuntherapieprogramms eingesetzt.
Insbesondere nach einer Behandlung mit onkolytischen Viren kann die nächste Therapiephase eine Zytokin-vermittelte Immuntherapie (CMI) oder eine Behandlung mit Immuncheckpoint-Inhibitoren umfassen. Die Wahl hängt von der Krebsart, dem Ansprechen auf die vorherige Behandlung, dem Allgemeinzustand des Patienten, der Verträglichkeit der Therapie und weiteren klinischen Faktoren ab.
CMI kann insbesondere in Betracht gezogen werden, wenn:
- Checkpoint-Inhibitoren nicht geeignet oder kontraindiziert sind oder aufgrund nicht akzeptabler Nebenwirkungen nicht eingesetzt werden können
- eine Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren nicht den erwarteten Behandlungseffekt erzielt hat
- eine einfachere ambulante Behandlungsform bevorzugt wird
Ambulante Immuntherapie
Ein praktischer Vorteil der Zytokin-vermittelten Immuntherapie besteht darin, dass bei ausgewählten Patienten ein wesentlicher Teil der Behandlung ambulant durchgeführt werden kann.
Die im CMI-Programm von Biotherapy eingesetzten Medikamente werden subkutan verabreicht. Nachdem die Behandlung begonnen wurde und sich als gut verträglich erwiesen hat, können einzelne Injektionen gemäß den ärztlichen Anweisungen auch außerhalb der Klinik durchgeführt werden.
Die eingesetzten Medikamente, das Behandlungsschema und die Behandlungsdauer werden individuell festgelegt.
CMI und Immuncheckpoint-Inhibitoren
Sowohl die Zytokintherapie als auch Immuncheckpoint-Inhibitoren zielen darauf ab, die Immunantwort gegen Krebs zu verstärken. Sie wirken jedoch über unterschiedliche Mechanismen.
Checkpoint-Inhibitoren, darunter Therapien gegen PD-1, PD-L1 und CTLA-4, blockieren Signale, welche die Aktivität des Immunsystems hemmen.
Die Zytokin-vermittelte Immuntherapie wirkt anders. Sie nutzt immunologische Signalmoleküle, um die Aktivität von Immunzellen direkt zu stimulieren und zu unterstützen.
Wissenschaftliche Grundlage
Die Zytokin-Immuntherapie mit Interferon und Interleukin-2 wird in der Onkologie seit mehreren Jahrzehnten untersucht.
Professor Shimon Slavin und seine Kollegen waren an klinischen Untersuchungen zur Zytokin-vermittelter Immuntherapie beteiligt. In einer veröffentlichten klinischen Studie zur Zytokin-vermittelten Immuntherapiewurde eine ambulant durchgeführte CMI mit Interferon alfa-2a und Interleukin-2 untersucht, die durch subkutane Injektionen verabreicht wurden.
Auch in späteren Studien wurden Kombinationen aus IL-2 und Interferon im Rahmen zytokinbasierter Immuntherapien untersucht.
Diese Studien bilden einen Teil der wissenschaftlichen Grundlage des CMI-Konzepts. Die heutigen Behandlungsprogramme von Biotherapy sind jedoch keine direkte Übernahme historischer Forschungsprotokolle. Die Therapie wird individuell an die Diagnose, vorausgegangene Behandlungen und die aktuelle klinische Situation des Patienten angepasst.


