Medizinisch geprüft von Prof. Shimon Slavin, MD. Aktualisiert: August 2026
Angiogenesehemmer sind Krebsmedikamente, welche die Bildung von Blutgefäßen und die Aufrechterhaltung der Blutzufuhr beeinflussen, die Tumoren für ihr weiteres Wachstum benötigen. Dieser Ansatz wird als antiangiogene Therapie bezeichnet.
Im Gegensatz zu Behandlungen, die direkt auf Krebszellen wirken, zielen Angiogenesehemmer auf Mechanismen ab, die zur Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen beitragen.
Was ist Tumorangiogenese?
Angiogenese ist der natürliche Prozess, bei dem sich aus bereits vorhandenen Blutgefäßen neue Gefäße bilden. Unter normalen Bedingungen spielt sie eine wichtige Rolle bei der Gewebereparatur und Wundheilung.
Auch wachsende Tumoren können diesen Prozess nutzen. Krebszellen können Signalmoleküle freisetzen, welche die Bildung neuer Blutgefäße im und um den Tumor anregen, um den hohen Energiebedarf in der Replikation der bösartigen Zellen zu decken.
Einer der wichtigsten Faktoren in diesem Prozess ist der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) zusammen mit den entsprechenden Rezeptoren. Daher sind VEGF und andere an der Angiogenese beteiligte Mechanismen zu wichtigen therapeutischen Angriffspunkten in der Krebsbehandlung geworden.
Wie wirken Angiogenesehemmer?
Angiogenesehemmer wirken auf Signalwege, die an der Entwicklung des Gefäßnetzwerks eines Tumors beteiligt sind.
Je nach Wirkstoff kann eine antiangiogene Therapie:
- VEGF oder die Signalwege der VEGF-Rezeptoren blockieren
- andere molekulare Mechanismen der Angiogenese beeinflussen
- ungünstigere Bedingungen für das weitere Tumorwachstum schaffen
Eine antiangiogene Therapie zerstört Krebszellen nicht unbedingt direkt. Ihr Ziel besteht vielmehr darin, biologische Prozesse zu beeinflussen, auf die Tumoren für ihr weiteres Wachstum angewiesen sein können.
Warum ist Angiogenese ein therapeutisches Ziel bei Krebs?
Viele solide Tumoren benötigen während ihres Wachstums eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Der Aufbau eines eigenen Gefäßnetzwerks hilft ihnen, diese Versorgung sicherzustellen.
Durch die Hemmung der Angiogenese kann somit gezielt auf einen Mechanismus eingewirkt werden, der zur Tumorprogression beitragen kann. Verschiedene Tumoren können jedoch unterschiedliche Signalwege nutzen und sich an deren Hemmung anpassen. Deshalb muss die mögliche Rolle einer antiangiogenen Therapie individuell beurteilt werden.
Antiangiogene Therapie bei Biotherapy International
Bei Biotherapy International kann die antiangiogene Therapie in ein individuelles Krebsbehandlungsprotokoll aufgenommen werden. Dabei werden unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt:
- Diagnose, Krankheitsstadium und aktueller Krankheitsstatus
- bisherige Behandlungen und das Ansprechen darauf
- Allgemeinzustand des Patienten und aktuell eingenommene Medikamente
Wenn es medizinisch sinnvoll ist, können orale Wirkstoffe mit antiangiogener Aktivität wie Lenalidomid, Lenvatinib oder Fruquintinib in Betracht gezogen werden. Alternativ können auch intravenös verabreichte Medikamente wie Bevacizumab eingesetzt werden.
Abhängig von der Diagnose und der jeweiligen klinischen Situation kann die Anwendung dieser Medikamente teilweise off-label, also außerhalb der offiziell zugelassenen Indikationen, erfolgen.
Kombination der antiangiogenen Therapie mit anderen Krebsbehandlungen
Tumoren können gleichzeitig verschiedene Mechanismen nutzen, um ihr Wachstum zu unterstützen, sich an Behandlungen anzupassen und der Immunantwort zu entgehen.
Daher kann die antiangiogene Therapie bei Biotherapy International mit Krebsimmuntherapie und anderen therapeutischen Ansätzen kombiniert werden.
Die konkrete Kombination wird unter Berücksichtigung der Eigenschaften der Erkrankung, vorheriger Behandlungen und des allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten ausgewählt.
Ist eine antiangiogene Therapie für mich geeignet?
Eine antiangiogene Therapie ist nicht für jeden Patienten geeignet. Ihre mögliche Rolle hängt von der Krebsart, den bisherigen Behandlungen, dem aktuellen Krankheitsstatus und der gesamten Behandlungsstrategie ab.
Vor Beginn der Behandlung werden die medizinischen Unterlagen des Patienten im Rahmen einer individuellen Beratung mit Prof. Shimon Slavin geprüft. Anschließend werden mögliche Behandlungsoptionen besprochen.
Um herauszufinden, ob eine antiangiogene Therapie in Ihr individuelles Behandlungsprotokoll aufgenommen werden kann, können Sie eine medizinische Beratung bei Biotherapy International anfragen.


