Triple-negativer Brustkrebs (TNBC) macht etwa 15–20% aller diagnostizierten Brustkrebsfälle aus und gilt als einer der biologisch aggressivsten Subtypen mit eingeschränkten Möglichkeiten der zielgerichteten Therapie.
Das entscheidende Merkmal des dreifach-negativen Brustkrebses ist das Fehlen von drei wesentlichen Markern: Östrogenrezeptor (ER), Progesteronrezeptor (PR) und humanem epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2).
Das Fehlen dieser Rezeptoren macht diesen Tumorsubtyp weniger empfindlich gegenüber einer Hormontherapie und HER2-zielgerichteten Wirkstoffen, die bei anderen Formen von Brustkrebs eingesetzt werden. Infolgedessen basiert die Behandlung des triple-negativen Brustkrebses in den meisten Fällen auf einer Chemotherapie, und der klinische Verlauf ist oftmals charakterisiert durch eine aggressive Dynamik und ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv gekennzeichnet.
Immuntherapie beim triple-negativen Brustkrebs
Die Immuntherapie gilt als eine der systemischen Behandlungsmöglichkeiten beim triple-negativen Brustkrebs. Dieser Tumorsubtyp ist in einigen Fällen durch eine erhöhte Immunogenität, das Vorhandensein tumorinfiltrierender Lymphozyten (TILs) sowie eine mögliche PD-L1-Expression gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um Faktoren, welche die Empfindlichkeit gegenüber immunbasierten Strategien beeinflussen können.
Das immuntherapeutische Vorgehen wird individuell auf der Grundlage der molekularen Eigenschaften des Tumors, der Ausbreitung der Erkrankung, der vorausgegangenen Behandlung und des klinischen Zustands der Patientin festgelegt.
Zusätzlich zu international zugelassenen Medikamenten kann ein individualisiertes Protokoll weitere Immuntherapiemethoden umfassen, die darauf abzielen, das Immunsystem in die Erkennung und Eliminierung von Tumorzellen einzubinden.
Onkolytische Virustherapie
Die onkolytische Virustherapie ist eine der zentralen Komponenten des immuntherapeutischen Ansatzes beim triple-negativen Brustkrebs. Onkolytische Viren greifen Tumorzellen selektiv an und replizieren sich in ihnen, wobei sie deren intrazelluläre Mechanismen nutzen. Dieser Prozess kann zum Absterben der infizierten Zelle führen. Die freigesetzten Viruspartikel dringen anschließend wieder in benachbarte Tumorzellen ein und erhalten so die lokale antitumorale Wirkung innerhalb des Tumorherdes aufrecht.
Durch diesen Prozess kann die onkolytische Virustherapie die Tumorzellen direkt schädigen und zerstören, die Freisetzung von Tumorantigenen auslösen, das Immunsystem bei der Erkennung von Krebszellen unterstützen und eine lokale Entzündungsreaktion erzeugen, welche die Wirkung nachfolgender Behandlungsstufen verstärkt.
Je nach klinischer Indikation kann die Methode mit einer direkten intratumoralen Virusinjektion kombiniert oder im Rahmen eines umfassenden Behandlungsplans mit anderen therapeutischen Ansätzen integriert werden.
Checkpoint-Inhibitor-Therapie
Tumorzellen entziehen sich der Immunerkennung auf zwei Wegen: entweder indem sie ihre eigene Sichtbarkeit für das Immunsystem verringern oder indem sie die Immunantwort durch regulatorische Mechanismen, sogenannte Immun-Checkpoints, aktiv unterdrücken. Die onkolytische Virustherapie adressiert den ersten dieser Mechanismen. Infizierte Tumorzellen exprimieren virale Antigene, welche das Immunsystem als fremd erkennt, wodurch sie zu sichtbaren Angriffspunkten für die Immunabwehr werden.
Checkpoint-Inhibitoren zielen auf den zweiten Mechanismus ab. Unter normalen Bedingungen schützen Immun-Checkpoints das körpereigene Gewebe vor Autoimmunreaktionen. Tumorzellen nutzen jedoch denselben Weg, um die antitumorale Immunantwort zu schwächen. Checkpoint-Inhibitoren blockieren diesen Mechanismus der Unterdrückung und tragen dazu bei, die Fähigkeit der Immunzellen zur Bekämpfung des Tumors wiederherzustellen.
Nach Abschluss des Zyklus der onkolytischen Virustherapie werden Checkpoint-Inhibitoren als nächste Behandlungsstufe in Betracht gezogen. Diese Abfolge spiegelt die Besonderheiten ihrer Immunwirkung wider: Eine zu frühe Aktivierung der Immunantwort, während das Virus noch wirkt, kann dessen Wirksamkeit verringern. Bei diesem zweistufigen Ansatz macht die Virustherapie den Tumor für das Immunsystem sichtbar, während die Checkpoint-Inhibitoren den suppressiven Schutz beseitigen, welchen der Tumor für sich aufgebaut hat.
Bei Unverträglichkeit oder Nichtverfügbarkeit von Checkpoint-Inhibitoren kann eine Zytokin-vermittelte Immuntherapie als Alternative in Betracht gezogen werden.
Individualisierte Anti-Krebsimpfstoffe
Wenn kryokonserviertes Tumorgewebe vorhanden ist, kann ein personalisierter Anti-Krebsimpfstoff auf der Grundlage des eigenen Tumormaterials der Patientin hergestellt werden. Im Gegensatz zu Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten sind diese Impfstoffe darauf ausgelegt, das Immunsystem zu trainieren, die spezifischen Tumorzellen einer bestimmten Patientin als fremd zu erkennen und anzugreifen.
Das Tumormaterial des Patienten wird einer spezialisierten Verarbeitung im Labor unterzogen und anschließend als immunologischer Stimulus verabreicht. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, die immunologische Erkennung von Tumorzellen zu verbessern, die zuvor für das Immunsystem weniger sichtbar waren.
Die Herstellung eines personalisierten Impfstoffs erfordert eine Tumorgewebeprobe, die im Rahmen einer Biopsie oder eines operativen Eingriffs gewonnen und durch Kryokonservierung erhalten wurde.
ATACK: Therapie mit Spenderlymphozyten
ATACK (Allogene gezielt aktivierte Krebs-Killerzellen) ist eine Methode der zellulären Immuntherapie, die speziell aufbereitete Immunzellen eines Spenders, darunter T-Zellen und NK-Zellen, für eine gezielte Wirkung gegen Tumorzellen einsetzt. Das Grundprinzip der Methode beruht auf der Verwendung von Spenderzellen, die sich absichtlich von den körpereigenen Zellen der Patientin unterscheiden. Dieser Unterschied ermöglicht es ihnen, Krebszellen als fremd zu erkennen und eine ausgeprägtere immunologische Reaktion auszulösen.
Zur Verbesserung der Zielgenauigkeit können monoklonale Antikörper eingesetzt werden, die gegen Antigene gerichtet sind, die auf der Oberfläche von Tumorzellen exprimiert werden.
ATACK kann im Rahmen eines individualisierten Behandlungsprotokolls in Betracht gezogen werden, vor allem bei minimaler Resterkrankung (MRD), wenn die primäre Tumorlast reduziert wurde und die therapeutische Strategie auf die Kontrolle verbleibender Tumorzellen ausgerichtet ist.
Photodynamische Therapie
Die photodynamische Therapie (PDT) kann als Methode sowohl der direkten Tumordestruktion als auch der Immunaktivierung in einen umfassenden immuntherapeutischen Ansatz integriert werden. Die PDT verwendet Photosensibilisatoren, die sich selektiv in Tumorzellen anreichern und durch Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert werden, wodurch reaktive Sauerstoffspezies erzeugt werden, die Krebszellen schädigen.
Der kombinierte Einsatz der PDT kann:
- zur lokalisierten Zerstörung von Tumorherden beitragen
- eine antitumorale Immunantwort stimulieren
- die Wirksamkeit anderer therapeutischer Komponenten potenzieren
Die photodynamische Therapie beim triple-negativen Brustkrebs wird in der Regel in Kombination mit der onkolytischen Virustherapie eingesetzt. Dieser Ansatz ermöglicht die Integration des direkten zytotoxischen Effekts der PDT mit der viralen Auflösung von Tumorzellen und der anschließenden Immuntherapie, wodurch die Zerstörung therapieresistenter Tumorzellen und die immunologische Erkennung tumorassoziierter Antigene potenziell verstärkt werden.
Wer kann für eine Immuntherapie beim metastasierten triple-negativen Brustkrebs in Betracht gezogen werden?
Eine Immuntherapie beim metastasierten triple-negativen Brustkrebs kann für Patientinnen in Betracht gezogen werden, die:
- Nach Standardtherapie beim metastasierten triple-negativen Brustkrebs kein klinisch bedeutsames Ansprechen erzielt haben
- nach Abschluss der Standardtherapie weitere therapeutische Möglichkeiten in Betracht ziehen möchten
- die Möglichkeit haben, zur Inanspruchnahme einer spezialisierten Behandlung ins Ausland zu reisen
Je nach den individuellen Krankheitsmerkmalen können spezifische Immuntherapiemethoden bei Vorliegen folgender Faktoren in Betracht gezogen werden:
- Spezifische molekulare, genetische und immunologische Tumoreigenschaften, die für die Auswahl eines personalisierten Immuntherapieprotokolls relevant sind.
- Tumormaterial (frisch oder kryokonserviert), das in ausgewählten Fällen für die Entwicklung eines personalisierten Anti-Krebsimpfstoffs verwendet werden kann
Wie jeder Fall beurteilt wird
Die vorläufige Bewertung der Möglichkeit einer Immuntherapie bei metastasiertem Brustkrebs umfasst:
- eine detaillierte Analyse der zuvor durchgeführten Behandlungen und deren Ergebnisse
- die Auswertung bildgebender Verfahren (MRT, CT, PET-CT) zur Beurteilung der Ausbreitung und Lokalisation der Erkrankung
- die Analyse molekular-genetischer Untersuchungen oder Empfehlungen für zusätzliche Tests, falls erforderlich
Wie die Behandlung durchgeführt wird
Immuntherapie-Behandlungen bei metastasiertem Brustkrebs umfassen in der Regel folgende Schritte:
- eine individuelle Online-Konsultation mit Professor Shimon Slavin
- die Therapieplanung und Entwicklung eines personalisierten Behandlungsprotokolls
- die Durchführung spezialisierter immuntherapeutischer Verfahren in Partnerkliniken gemäß den lokalen regulatorischen Anforderungen
- die Anwendung zusätzlicher Immuntherapie-Methoden bei medizinischer Indikation
- die medizinischen Fernüberwachung und Begleitung der Nachsorgeder Patientinnen
Die Behandlung erfordert die Koordination mehrerer spezialisierter medizinischer Zentren, um einen umfassenden und integrierten Ansatz sicherzustellen.
Unterstützung internationaler Patientinnen und Patienten
Für Patientinnen und Patienten, die aus anderen Ländern zur Behandlung anreisen oder zur Behandlung reisen müssen, wird Folgendes angeboten:
- Begleitung und Unterstützung in allen Phasen der internationalen Behandlung
• Hilfe bei der Organisation medizinischer Reisen
• medizinische Fernüberwachung nach der Rückkehr nach Hause
• Koordination mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten vor Ort zur weiteren Nachsorge
Nächste Schritte
Um zu klären, ob eine Immuntherapie bei metastasiertem Brustkrebs in Ihrem Fall in Betracht gezogen werden kann:
- füllen Sie das Kontaktformular auf der Website aus
- übermitteln Sie Ihre medizinischen Unterlagen zur vorläufigen Prüfung
- vereinbaren Sie eine individuelle Beratung
Jeder klinische Fall wird individuell geprüft. Immuntherapie-Programme bei metastasiertem Brustkrebs können für Patientinnen und Patienten von Interesse sein, die bereits die Standardbehandlung durchlaufen haben und zusätzliche therapeutische Optionen in Betracht ziehen.



