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Bedeutet „Remission“, dass der Krebs vollständig geheilt ist?

Medizinisch geprüft von Prof. Shimon Slavin, MD. Aktualisiert: Juni 2026

Remission cancer patient

Menschen mögen einfache Antworten und Geschichten mit einem glücklichen Ende. Leider entspricht die Realität nicht immer unseren Wünschen. Die Onkologie ist ein Paradebeispiel dafür. Nach der ersten Diagnose erwarten Patienten Sicherheit: die Wahl der effektivsten Behandlungsmethode mit genauen Therapiebedingungen und einer Garantie auf endgültige Heilung von ihrer Erkrankung. Doch selbst wenn die Behandlung erfolgreich ist, sprechen Ärzte nicht von einer vollständigen Heilung, sondern verwenden stattdessen den Begriff „Remission“. Was bedeutet das wirklich? 

Remission: Was bedeutet dieser Begriff?

Wenn wir von Remission sprechen, meinen Ärzte erfolgreich geheilte onkologische Erkrankungen, die nicht mit modernen Untersuchungsmethoden diagnostiziert werden können. Zum Beispiel können Krebszellen in Remission nicht mit bildgebenden Verfahren wie CT, MRT oder PET-CT nachgewiesen werden. Oft kann eine anhaltende Remission mit traditionellen Behandlungen wie Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie erreicht werden. Wenn ein Patient fünf Jahre oder länger in Remission bleibt, beschreiben Ärzte den Patienten als „geheilt“, obwohl dies das Risiko eines erneuten Auftretens nicht ausschließt.

Warum ist Remission nicht dasselbe wie Heilung?

Auch nach einer lang anhaltenden Remission kann bei einigen Krebsarten ein Rückfallrisiko bestehen. In einigen Fällen können nach der Behandlung einzelne Krebszellen im Körper verbleiben, die später erneut zu Tumorwachstum führen können.

Sehr kleine Mengen von Tumorzellen können mit bildgebenden Verfahren nicht nachweisbar sein. Ein Tumorvolumen von etwa 1 mm³ kann bereits ungefähr eine Million Krebszellen enthalten. Darunter können sich auch Krebsstammzellen befinden, die möglicherweise zur Entstehung eines erneuten Tumorwachstums beitragen.

Kann Immuntherapie bei Krebs helfen, ein Wiederauftreten zu verhindern?

Ein Ziel der Krebsbehandlung besteht darin, verbliebene Tumorzellen möglichst weitgehend zu reduzieren, einschließlich Krebsstammzellen, die gegenüber einer Chemotherapie resistent sein können. Auch nach Erreichen einer Remission können bei einigen Patienten noch Krebszellen im Körper vorhanden sein, die ein Rezidiv verursachen können. Die Behandlung dieser verbliebenen Zellen ist eine der Aufgaben der Therapie nach der Remission. Eine Immuntherapie kann dazu beitragen, indem sie das Immunsystem dabei unterstützt, verbliebene Tumorzellen zu erkennen und zu kontrollieren.

Was sollte ich nach dem Erreichen einer Remission tun?

Eine Remission stellt einen wichtigen Schritt im Behandlungsverlauf dar, bedeutet jedoch nicht immer, dass alle Krebszellen vollständig eliminiert wurden. Bei einigen Patienten kann eine geringe Anzahl von Tumorzellen im Körper verbleiben. Dieser Zustand wird als minimale Resterkrankung (MRD) bezeichnet.

Je nach Krebsart und vorausgegangener Behandlung können zusätzliche Strategien in Betracht gezogen werden, einschließlich einer Immuntherapie, die darauf abzielen, die Resterkrankung zu behandeln und eine langfristige Krankheitskontrolle zu unterstützen. Jeder Fall erfordert eine individuelle Beurteilung.

Viele Patienten holen nach einer Remission eine Zweitmeinung ein, um ihr individuelles Rückfallrisiko besser einschätzen zu können und zu klären, ob weitere therapeutische Ansätze in Betracht gezogen werden sollten.

Besorgt über das Rückfallrisiko nach einer Remission?

Wenn Sie oder ein Angehöriger eine Remission erreicht haben und das Rückfallrisiko besser verstehen sowie erfahren möchten, ob zusätzliche Behandlungsansätze in Ihrem Fall sinnvoll sein könnten, kann unser Team Ihre Situation individuell beurteilen.

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